Mind the Tech – Cyber, Crime, Gesellschaft

Mind the Tech – Cyber, Crime, Gesellschaft

In der Cyberbäckerei

In der Cyberbäckerei

Man sagt: Im Wein liegt die Wahrheit. Gilt das dann auch für Glühwein und Punsch? Diesen und weiteren Fragen nähern sich Catrin und Isa in der uninvestigativsten Folge von "Mind the Tech" seit Bestehen des Formats. In lichten Momenten sprechen die beiden Schnapstanten über persönliche Jahres-Highlights, kramen Anekdoten aus der Vergangenheit hervor und wagen einen Blick in die Zukunft. Prost!

Aus dem Bunker in den Knast

Wie konnte das idyllische Traben-Trarbach an der Mosel mit seinen gerade mal 6.000 Einwohnern auf die Weltkarte der schweren Internetdelikte gelangen? Die Antwort liegt tief unter der Erde, in einem alten Bunker, den ein gewisser Johan X. 2013 von der Bundeswehr abgekauft hatte. Ein Datenzentrum sollte hier entstehen, Arbeitsplätze geschaffen werden. Doch die schweren Stahltüren blieben der Außenwelt die meiste Zeit verschlossen. Neue Jobs? Fehlanzeige. Einige Jahre später stellt sich heraus: Über die Server so genanntes Cyberbunkers wurden abertausende Drogendelikte, Falschgeldgeschäfte und Datenhehlerei abgewickelt. Auch kinderpornografisches Material wurde sichergestellt. Seit Herbst 2020 stehen der aus den Niederlanden stammende Johan X. und sieben seiner Gefolgsleute vor Gericht, darunter drei Deutsche und ein Bulgare. Sie selbst sind sich als reiner Hoster keiner Schuld bewusst.

Wahlen im Netz

In wenigen Tagen wählen die US-Amerikaner*innen ihren neuen Präsidenten. Wo früher mit Argumenten und teuren Kampagnen um die Gunst der Wähler*innen gebuhlt wurde, kommen heute vor allem technologische Hilfsmittel zu Einsatz – nicht immer im Sinne des Erfinders. Längst ist Wahlkampf zum Übungsraum neuer, hinterlistiger Methoden geworden, der seinesgleichen sucht. Dabei ist es nur eine Frage der Zeit bis andere Bereiche sich daran bedienen. In dieser Folge sprechen wir über die Rolle von Bots, Mikrotargeting, Verschwörungstheorien und einigen anderen digitalen Trends, die am Ende nur ein Ziel vor Augen haben: Beeinflussung.

Absturz eines Internet-Höhenfliegers

Die Geschichte der Leipziger Internet-Firmengruppe Unister ist eine Story voller Superlative. Binnen weniger Jahre zieht ihr Gründer Thomas Wagner ein regelrechtes Online-Imperium mit seinerzeit 40 Portalen auf, inklusive des Flagschiffs abindenurlaub.de. Doch was nach außen wie ein Wirtschaftsmärchen made in Leipzig wirkt, ist in Wirklichkeit eine Geschichte voller Management-Entscheidungen in der Grauzone, Geldproblemen und Razzien. Das Ende: brutal. Im Sommer 2016, mit dem Rücken zu Wand, besteigt Wagner, der von treuen Anhängern gerne mal als deutscher Steve Jobs gehandelt wurde, ein Kleinflugzeug auf dem Weg zu einem dubiosen Deal. Er sollte nicht mehr zurückkommen.

Vom Tech-Wunderkind zum gejagten Cyber-Aktivisten

Er galt als Jahrhundert-Talent, Hoffnungsträger und Vordenker. Doch statt für Ruhm, Ehre und das schnelle Geld, entschied sich der 1986 in der Nähe von Chicago geborene Aaron Swartz für den Weg des Widerstands. Gewappnet mit einem Computer und einer unbiegsamen Überzeugung kämpfte der einstige Mitgründer der Internet-Plattform Reddit schon früh gegen Wissens-Eliten, die aus dem Bereitstellen von Informationen lukrative Geschäftsmodelle entwickelt haben. Sein Ziel: Bezahlschranken aushebeln und Content aller Art der Allgemeinheit frei zugänglich machen. Von seinen Anhängern gefeiert und den Behörden verfolgt, geriet Aaron immer mehr zwischen die Fronten – ein Kampf, den er am Ende verlor.

Liebe auf den ersten Scam

Über zehn Prozent der in Deutschland lebenden Menschen haben 2019 Dating Services im Internet genutzt. Die große Liebe, der schnelle Flirt: Das Netz ist zweifellos der bevorzugte Ort, um andere Beziehungswillige kennenzulernen. Leichtes Spiel für Betrüger: Sie haben die Online-Dating-Welt längst unterwandert und lassen ahnungslose Nutzer*innen in die Falle tappen. Romance Scammer brechen Herzen mit System – und erleichtern ihre Opfer ganz nebenbei um sehr viel Geld. In dieser Folge sprechen Catrin und Isa über die perfiden Methoden der digitalen Heiratsschwindler und geben Tipps, wie man sich schützen kann.

Schwachstelle Mensch

Hacker sind eigensinnige Freaks, die im stillen Kämmerlein in fremde Systeme einbrechen. Die Wahrheit ist: Weder ist ein Computer noch fundiertes IT-Wissen vonnöten. Die Kraft der Manipulation ist der vielleicht wichtigste Skill, um heutzutage an sensible Informationen zu kommen. Ein gut gewählter Dialog, eine scharfe Beobachtung – fertig ist der Angriff von hinten. Dazu kommt die Leichtsinnigkeit der Opfer. Viele merken sogar erst viel zu spät, dass sie in die Falle getappt sind. In der aktuellen Folge sprechen wir über die Strategien moderner Cyberangriffe, darunter CEO-Fraud, USB-Drop und Fishing.

Rausch per Klick

Ein junger Mann um die 20 sitzt zuhause in seinem Jugendzimmer irgendwo in Leipzig, wo er sich einen Arbeitsplatz eingerichtet hat. Um ihn herum türmen sich Kartons und Versandtaschen – und: ziemlich viel IT-Hardware. Die Nachfrage ist hoch, der Kundenstamm wächst. Und in richtig guten Monaten erwirtschaftet der Blonde mit dem Bürstenhaarschnitt einen fünfstelligen Umsatz. Man könnte meinen: hier lebt jemand den Traum des One-Man-Onlineunternehmers. Doch der hier beschriebene Mann handelt nicht etwa mit Nahrungsergänzungsmitteln oder irgendwelchen Gadgets. Seine Produktpalette besteht ausschließlich aus synthetischen Drogen, die er übers Darknet vertreibt. Anderthalb Jahre floriert das Online-Business des jungen Maximilian S., der im Netz unter dem Pseudonym Shiny Flakes agiert, bis schließlich am 26. Februar 2015 alles zusammenbricht.

Cybermobbing bis in den Tod

Am 17. Oktober 2006 endet das kurze Leben der 13-jährigen Megan Meier aus Missouri. Nach außen hin ist sie ein ganz normaler Vorstadt-Teenager, doch in ihrem Inneren herrscht das blanke emotionale Chaos. Verbale Übergriffe, psychische Probleme und ADHS begleiten sie bereits einen Großteil ihres Lebens. Dann ein Lichtblick: Sie lernt den wenige Jahre älteren Josh über eine Online-Plattform kennen. Eine Interrnet-Freundschaft bahnt sich an – mit fatalem Ende.

Pikanter Datendiebstahl │ Teil 2

Am 17. August 2015 veröffentlicht eine Hacker-Gruppe, die sich das „Impact Team“ nennt, sämtliche Nutzerdaten der damals schon überaus erfolgreichen Online-Dating-Seite Ashley Madison im Netz. Dabei werden nicht nur über 30 Millionen – teilweise sehr intime – Informationen der Kund*innen öffentlich gemacht, auch grobe Managementfehler seitens der kanadischen Betreiberfirma Avid Life Media kommen ans Tageslicht. Mit der Suche nach den Schuldigen nimmt auch die mediale Hetzjagd auf das Unternehmen hinter Ashley Madison ihren Lauf.